Archiv für Oktober 2010

Jubiläum – Café Anaconda wird 25!

In diesem Wintersemester besteht das Frauencafé Anaconda nun schon 25 Jahre. Passend dazu haben wir ein buntes Programm zum feiern, lernen, erfahren, spielen, zuhören und zusehen entworfen. Das Programmheft kannst du hier als pdf-Datei runterladen.

Alle Veranstaltungen sind für Frauen Lesben und Transgender geöffnet. Sternchen (*) kennzeichnen Veranstaltungen, bei denen alle Geschlechter (also auch Männer) willkommen sind.

Ausstellung: Belarussowna
von Sarah Tabea Meier
8. November bis 18. Dezember

Vernissage: Montag 8. November 16.30 Uhr* mit musikalischer Begleitung von „Triogawa“

Sie leben in der sogenannten »letzten Diktatur Europas« – die Belarussowna, zu deutsch Tochter Weißrusslands. Die Arbeit zeigt Portraits junger Frauen der Generation Y. Sie sind die Ersten, die nicht mehr in der Sowjetunion geprägt und sozialisiert wurden. Die wichtigte Frage dieser 20- bis 30-jährigen heißt: Kuda? – Wohin? Insbesondere die junge Generation steht vor der Aufgabe, neue westliche Einflüsse mit traditioneller Moral zu vereinbaren und sich in diesem Geflecht zu verorten. Die Portraits zeigen 22 Frauen unterschiedlicher Lebensmodelle. Sie ähneln sich in ihrer starken inneren Verbundenheit zu ihrem Heimatland – sie unterscheiden sich in ihren Lebensentwürfen. Die Aufnahmen sind im Privaten entstanden, in Wohnungen, kleinen Appartements, winzigen Zimmern. Dem Ort des Zuhause–Seins, dem im autoritären Staat seit jeher eine besondere Bedeutung zukommt. Die Intimität dieses Orts dauert in den Bildern an; die Ruhe der Situation existiert fort. »Die letzte Diktatur Europas«? Ja, vielleicht – aber nicht nur. Die vorliegende Arbeit ist eine sensible Annäherung an die Ambivalenz und Widersprüchlichkeit, mit denen die Belarussowna jeden Tag leben.

Antisexistisch Netzwerken bei Kaffee und Kuchen *
Montag 8. November ab 14 Uhr U/V2

Alle an den Themen Gleichstellung, Geschlechterpolitik, Feminismus (und und und…) interessierten und/oder aktiven Menschen sind eingeladen sich im Frauencafé bei Kaffe und (veganem) Kuchen kennen zu lernen, zu vernetzen, Ideen zu entwickeln und Aktionen zu planen. Auch „neue“ Gesichter sind herzlich willkommen!

Lesung: Forschungsreisen in nichtmonogames Gelände *
Freitag 12. November 19 Uhr U/V 2

Die Mitherausgeberin Gwendolin Altenhöfer liest aus dem feministischen Zine “DIE KRAKE. Künstliche Beziehungen für unnatürliche Frauen”. Dieses “Schundblatt für die postmoderne Schlampe” widmet sich brennenden Themen wie “Glücklich ohne Beziehung”, “Über das Durchlavieren zwischen monogamen Sehnsüchten und schlampigen Begierden” oder “Liebe, Sex und Schlamperei – wir verraten wie´s geht!” Mit anschliessendem Gespräch.


Workshop: Forschungsreisenin nichtmonogames Gelände
Samstag 13. November 10-19 Uhr U/V2

Was passiert, wenn eine die altbekannten Pfade verlässt und Beziehungen nicht nach dem vorherrschenden Modell der
Romantischen Zweierbeziehung lebt? Welche Formen können Beziehungen dann annehmen, welche Namen können sie tragen, welchen Ausdruck finden? Gibt es Vorgängerinnen, von denen sich eine etwas abschauen kann? Wie finden sich welche, die sich mit mir auf diese Abenteuer einlassen? Wie organisiert eine ein Leben, in dem sie z.B. Geld, Wohnung, Herz, Alltag, Leidenschaft, Arbeit oder Kinder nicht mit der/dem Einen teilt, sondern mit so vielen, wie es ihr gefällt? Sich austauschen, vernetzen, ausprobieren! (Mit Mittagspause, veganer Imbiss gegen Spende.)
Max. 20 Teilnehmende. Anmeldung an KEINSPAM.unifrauencafe(at)web.de

FrauenLesbenTrans-Kneipe meets Anaconda
Montag, 15. November ab 20 Uhr im AJZ, Heeperstr. 132.

Einmal im Monat treffen sich Frauen Lesben und Trans in der AJZ-Kneipe bei leckerem veganen Essen, tauschen sich aus, quatschen und schmieden Ideen. Die Kneipe findet jeden dritten Montag im Monat statt. Mit musikalischer Überraschung!

Film: Grune Tomaten *
Mittwoch 17. November 20 Uhr U/V2

Hausfrau Evelyn ist wenig selbstbewusst und führt eine unglückliche Ehe. Als sie sich mit der Seniorin Ninny anfreundet, erzählt diese ihr die ihr die tragisch-komische Lebensgeschichte des Südstaatenmädchens Idgy aus den 1920er Jahren. Ein Film mit teils schwarzem Humor über Freundschaft und Lebensfreunde, der Themen wie Rassenhass und Gewalt gegen Frauen thematisiert.

Vortrag: Geschlechterkampf von Rechts *
Donnerstag 18. November 16 Uhr U/V2

Männer werden in dieser Gesellschaft strukturell benachteiligt?! Männerrechtler und Antifeministen beklagen Jungen als Bildungsverlierer und Männer als Opfer der Wirtschaftskrise. Schuld seien Feminismus, Gender Mainstreaming und Gleichstellungspolitik. Im Kampf um die Deutungshoheit über Rollenbilder, Geschlechter- und Familienpolitik kreuzen sich alte und neue Konfliktlinien (anti-) feministischer Debatten. Dr. Thomas Gesterkamp hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise über die Argumentationsstrategien und Denkmuster von Männerrechtlern und konservativen Familienorganisationen verfasst.

Vortrag: Vergewaltigungsmythen
Mittwoch 24. November 19 Uhr U/V2

Im Zentrum des Vortrags des Frauennotruf Bielefeld e.V. stehen Folgen und Einfluss von Vergewaltigungsmythen insbesondere auf Bewältigungsprozesse von betroffenen Frauen. Der Vortrag will zudem Praxisbezüge herstellen und dabei Einblicke in die Arbeit im Frauennotruf zeigen.

Große Geburtstagsparty!
Freitag 26. November ab 22 Uhr

Cocktails / Electronic Music

Praktisch werden: Antisexistisch Rollen spielen *
Sonntag 28. November 15 Uhr U/V2

Der Workshop der Gruppe Lisa 2 will die Ohnmacht oder Ohnmachtsgefühle, die oftmals in sexistischen Alltagssituationen auftreten, in einem Rollenspiel mit euch durchspielen. Alltägliche Situationen werden zusammen simuliert und die darauf folgenden Reaktionen oder Nicht-Reaktionen „geprobt“. So wollen wir einen möglichen Umgang und Ausweg aus solchen Situation finden. Im Anschluss wollen wir uns über das gespielt Erlebte austauschen, Reaktionen analysieren und unter Umständen eine weitere Runde spielen. Im Vorfeld werden wir mit allen Teilnehmenden einige Grundlagen des Workshops festhalten, auf die sich alle verlassen können. Teilnehmende sollen auch Möglichkeit haben als Beobachter_in teilzunehmen.
Max. 20 Teilnehmende. Anmeldung: KEINSPAM.unifrauencafe(at)web.de

Film: Boys don´t cry
Mittwoch 1. Dezember 20 Uhr U/V2

Filmdrama über die reale Geschichte des transsexuellen Brandon Teena. Als Frau geboren verlässt er unter männliche Identität sein Heimatdorf, um in der US-amerikanischen Provinz ein neues Leben zu beginnen. Als sein neues Umfeld von seinem körperlichen Geschlecht erfährt, enden die Freundschaften in Beleidigungen, denen bald die Vergewaltigung Brandons und letztendlich seine Ermordung folgen.

Workshop: Comix zeichnen
Freitag 19.| Samstag 20.| Sonntag 21. November 16-20 Uhr U/V2

Der Workshop beschäftigt sich mit dem eigenen gestalten und der Geschichte von Comics. Wir versuchen Einsteigerinnen die Grundlagen und Methoden des Comicerzählens zu vermitteln und Hilfestellung bei der künstlerischen Umsetzung eigener Ideen zu geben. Drei Comiczeichnerinnen stehen den Teilnehmerinnen mit Inspiration, Übungen und guten Tipps zur Seite. Am Ende des Workshops können wir unsere fertigen Arbeiten zu einem Artzine zusammenstellen. Menschen die nur einmal reinschnuppern wollen können auch nur ein kleines Bild oder eine kleine Collage zu erstellen. Eventuell mitbringen: Zeitungen zum Zerschneiden für Collagen oder Digitalkamera wenn eine einen Foto-Comic machen möchte.

Selbstverständnis

Das Café Anaconda wurde 1985 von Frauen erstritten und wird seither von einem vielfältigen Frauenkollektiv selbstverwaltet
betrieben. Für viele ist das Frauencafé ein geschützter Raum und Rückzugsort mit einer entspannten, offenen und freundlichen Atmosphäre in Mitten des leider immer noch hegemonial männlich geprägten Wissenschaftsbetriebes.

Hier soll keine sexistische Sprüche und Ausgrenzung fürchten müssen. Wir laden ein zum Abschalten, zur Ruhe kommen, auch mal ein Schläfchen machen. Das Anaconda ist ein Raum für offenen, kreativen, und manchmal kontroversen Austausch zwischen Frauen und bietet die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Das Café Anaconda ist ein heterogener und doch solidarischer Raum mit feministischer und politischer Motivation: feministische Aufklärung, Unterstützung von Frauen-/Mädchenprojekten, einander Rat und Hilfe geben, Diskussionen über Politik, Philosophie, Sexualität und vieles mehr sind möglich. Die Schaffung eines Freiraumes bedeutet für uns Herrschafts- und auch Selbstkritik zu formulieren: sexistische, rassistische oder homophobe Verhaltensweisen werden nicht akzeptiert.

Bei uns gibt es den mit Abstand leckersten Kaffee (auch mit Sojamilch) der Uni, nachhaltig durch biologischen Anbau und fairen Handel. Unsere Preise orientieren sich an den Ausgaben und bringen uns keine Profite ein. Allen Besucherinnen stehen unsere Bibliothek, der PC-Arbeitsplatz und viele Zeitschriften zur Verfügung. Für Kinder gibt es zudem eine kleine Spieleecke.

Das Café steht allen Frauen, Lesben und Transpersonen offen, die sich mit einem feministischen Freiraum identifizieren können und sich dort wohl fühlen. Einzelne Kulturveranstaltungen öffnen wir mit dem Anspruch, sich mit Geschlechterrollen, Sexismus und feministischen Themen auseinanderzusetzen, für alle Geschlechter (also auch für Männer).

Wir und viele BesucherInnen meinen: Das Anaconda ist der schönste Raum in der Uni. Ihr seid herzlich willkommen!